Von Hand zu Hand.

Eine lustige Geschichte von Paul Bliß
in: „Agramer Zeitung” vom 11.09.1896, Text dazu,
in: „Scranton Wochenblatt” vom 31.07.1913, Text dazu,
in: „Reichenberger Zeitung” vom 04.02.1912, Text dazu
in: „Wiener Bilder” vom 22.01.1902, Text dazu
in: „Österreichische Illustrierte Zeitung” vom 24.05.1908 (unter dem Titel: „Die feine Marke”)

Der Autor hat unter dem Titel „Von Hand zu Hand.” mehrere verschiedene Texte veröffentlicht.


Von Hand zu Hand.

Eine Halsband-Geschichte von Paul Bliß
in: „Agramer Zeitung” vom 11.09.1896


Die Königin dieser Halsband-Geschichte ist die weltbekannte Sängerin und Tänzerin Madame Lolo.

Madame Lolo ist eine reife Schonheit, üppig und voll erblüht, im Zenith ihrer Reize wie ihrer Erfolge. Sie macht ein großes Haus; wie sich das für eine Dame mit so fürsten­haftem Einkommen gehört. Ihre Verehrer kommen und gehen, von Mittag bis Abend, einer nach dem anderen, jeder voll von Aufmerksamkeiten und Galanterien, um sich die Gunst der Diva zu erhalten.

Eines Tages kam der Marquis d'Esplange. Er hatte die schöne Dame am Abend vorher zum ersten Mal auf dem Podium im Jardin de Paris gesehen, und war nun Feuer und Flamme. Er brachte einen Strauß wundervoller Marschall-Nill- und Camille-Rohan-Rosen, und er wurde empfangen.

Madame war von außergewöhnlicher Liebenswürdigkeit, so daß der Marquis aus dem Entzücken gar nicht herauskam. Als sie eine halbe Stunde verplaudert hatten, und er sich verabschiedete, bekam er die Einladung, bald wieder zu kommen.

Am anderen Tage besuchte der Marquis seinen Juwelier in der Rue Turbigo, erstand dort ein entzückendes Diamanten-Halsband, und schickte dies mit einem schönen Gruß an Madame.

Die Diva besah das Schmuckstück nur leichthin. Sie war schlecht gelaunt, Gott weiß weshalb, und so kam es, daß sie an dem kostbaren Halsband gar kein Gefallen fand. Sie ließ es durch ihre Zofe Jeanette in ihren Schmuckschrank tragen, allwo schon viele solcher Kostbarkeiten aufbewahrt wurden.

Und als der Marquis nach zwei Tagen wiederkam, wurde er nicht empfangen — Madame sei beschäftigt, eine neue Pièce einzustudieren — damit mußte er sich zufrieden geben.

Der Marquis war ein Menschenkenner. Diese Abweisung verdroß ihn also nicht. Er zuckte nur mit den Schultern, lächelte voll Pessimismus und meinte: „Nun, so wird man eben warten, bis Madame besser gelaunt ist.”

So wartete er also, um einige Tage später wieder zu kommen.

Am Abend desselben Tages ging die Zofe zum Ball.

Es war ein Dienstbotenfest. Und Jeanette, ein hübsches, eitles Ding, hatte sich für diesen Abend, um die Königin des Festes zu sein, ein Schmuckstück ihrer Herrin angeeignet. Sie hatte das Halsband des Marquis gewählt, weil sie sicher war, daß Madame es nicht wieder herausnehmen würde, nachdem sie es einmal mit solcher Nichtachtung hatte fortlegen lassen.

So kam das arg mißhandelte Halsband dennoch schnell zu Ehren.

Jeanette sah entzückend aus, und die blitzenden Steine, die sie trug, erregten hier berechtigtes Aufsehen.

Ein eleganter junger Mann, ,den die Zofe bereits kannte, machte sich heute mehr denn je zu schaffen, um die Gunst der Festkönigin zu erhaschen.

„Fräulein Jeanette,” rief er voller Begeisterung, „Sie sind das schönste Mädchen, das ich kenne!”

Und sie entgegnete sie lachend: „Herr Charles, Sie sind der größte Schmeichler, den Paris hat!”

Aber trotzdem gab sie dem flotten strammen Burschen keinen Korb, sondern tanzte die ganze Nacht hindurch mit ihm, und in den Pausen saß sie bei ihm im Wintergarten, wo sie billigen Schaumwein tranken und scherzten und lachten.

Als sie gegen drei Uhr Morgens merkte, daß sie einen kleinen Schwips bekam. wollte sie nach Hause fahren.

Plötzlich aber entdeckte sie, daß ihr Halsband verloren gegangen war.

Mit einem Male war sie nüchtern.

Sofoer wurde der Wirth benachrichtigt. Es wurde Alarm geschlagen. Alles war auf den Beinen, das kostbare Juwel zu suchen.

Das ganze Local wurde durchsucht, jedes Winkelchen durchstöbert. Aber alles war umsonst. Das Halsband fand man nicht wieder.

Jeannette war ganz untröstlich, selbst Herr Charles konnte sie nicht beruhigen.

Eine furchtbare Nacht verging.

Die betrübte Zofe saß in ihrem Stübchen und dachte nach, wie sie sich am besten aus der Affaire zöge.

Das erste, was sie am nächsten Morgen that, war, daß sie den Schlüssel zum Schmuckschrank ihrer Herrin versteckte. Somit konnte sie die Entdeckung des Verlustes wenigstens um ein paar Tage hinausschieben.

Aber das Glück war ihr günstig.

Madame fühlte sich am nächsten Tage derart unpäßlich, daß sie ihr Boudoir überhaupt nicht verließ und für keinen ihrer Verehrer zu sprechen war.

Und dann am dritten Tage kam ein Bote von dem Wirth des Tanzlocals und brachte das Halsband zurück — es sei erst heute im Wintergarten, mitten in einer der Blattpflanzen-Gruppen, gefunden worden.

Jeanette war überglücklich. Zwar konnte sie sich gar nicht erklären, wie das Juwel dahin gekommen war, aber so oder so, die Hauptsache war doch, daß sie es wieder hatte.

Sie legte also das Halsband zurück in den Schmuckschrank, legte auch den Schlüssel an seinen alten Platz zurück, und athmete nun wieder frei auf.

Drei Tage später war Madame wieder leidlich wohl. der Arzt aber meinte, daß sie derart nervös und angegriffen sei, daß sie ein paar Wochen nach dem Süden gehen müsse.

Madame war natürlich einverstanden. Aber zum Reisen brauchte man Geld, und da ihre Baarmittel augenblicklich ganz aufgebraucht waren, so mußte man einige der vielen Schmückgegenstände in's Leihhaus tragen.

Der Schmuckschrank wurde durchsucht.

„Oh, da ist ja das geschmacklose Halsband von dem marquis,” rief Madame, „das kann versilbert werden.”

Es geschah. Jeanette wanderte damit in's Leihhaus.

Das Zöfchen genirte sich gar nicht. Sie hatte solche Gänge schon öfter gemacht und wußte genau Bescheid.

Aber das alte Männchen, das im Leihhause als Taxator angestellt war, sagte lächelnd zu Jeanette: „Mein Kindchen, darauf geben wir nichts, die Steine sind ja unecht.”

Die Zofe war wie vom Schlage getroffen. So etwas war ihr bei dieser Herrin noch nicht passirt. „Das will ein Marquis sein,” rief sie empört und voll Verachtung, „und schenkt einen Simili-Schmuck, pfui!” Und deshalb hatte sie in solcher Angst gelebt, als der Schmuck verloren war! Oh, sie war wüthend vor Aerger! Und mit hochrothem Gesicht erzählte sie dann der Herrin das Ergebniß ihrer Mission.

Madame war nicht minder wüthend. Aber sie lächelte nur, warf das Halsband in die Ecke und sagte: „Er soll nur wiederkommen!”

Um ein Uhr kam der Marquis. Jeanette beachtete ihn kaum.

„Nur herein,” rief Madame, als die Zofe ihn meldete.

Lächelnd trat der Marquis ein. „Es geht Ihnen beser, meine Gnädigste?”

Sie nickte nur leichthin, lud ihn nicht zum sitzen ein, sondern warf sich auf den Divan und brannte sich eine Cigarette an.

Resignirt ließ er sich nieder auf einen Sessel, stellte seinen Claque neben sich auf den Teppich, zog die Handschuhe ab und sah lächelnd zu der Künstlerin hinüber.

Endlich sagte sie: „Marquis, was würden Sie thun, wenn einer Ihrer Freunde Ihnen — sagen wir mal — eine Cravattennadel schenkt, und es stellt sich nachher heraus, daß diese Nadel unecht und ganz werthlos ist?”

Erstaunt lächelnd erwiderte er: „Nun, ich würde das für eine Beleidigung halten und den Frechen dafür strafen.”

Da sprang sie auf, holte das Halsband, warf es ihm zu und rief voll Empörung: „Nun denn, mein Herr Marquis, ich werde ebenso handeln. Auch mir schenkt man keinen unechten Schmuck!”

Marquis d'Esplange war bleich geworden. Er besah das Halsband. — In der That, die Steine waren falsch! — Er war ganz sprachlos! — Die Steine waren damals aber echt gewesen! — Oder sollte er sich haben täuschen lassen? — Aber sein Juwelier war doch ein ehrlicher Mann! — Er wußte sich im Augenblicke keinen Rath. Alles ging wirr durch seinen Kopf.

Endlich sprach er mit finsterem Gesicht: „Madame, ich hätte nicht geglaubt, daß Sie mich einer solchen Tactlosigkeit für fähig halten. Es bedarf wohl keiner Versicherung, daß ich daran schuldlos bin. Allein ich will sofort zu meinem Juwelier, um Ihnen die Bestätigung hiefür zu erbringen.”

Er ging mit kurzem Gruß und ließ die vollständig verblüffte Diva allein zurück.

Der Juwelier war empört über den Betrug. Sofort erkannte er, daß die echten Steine durch unechte, allerdings täuschend nachgemachte, ersetzt worden waren. Er wollte sofort dem Staatsanwalt davon Mittheilung machen. Doch der Marquis bat vorerst noch um Stillschweigen.

Eine halbe Stunde später war er wieder bei Madame Lolo. „Meine Gnädige,” sagte er, „ich habe mich soeben von der Rechtlichkeit meines Juweliers überzeugt. Somit bleibt die Thatsache stehen, daß Sie das Opfer eines gemeinen Betruges geworden sind. Und wenn Sie mir erlauben, übergebe ich die Sache sofort dem Gerichte.”

Madame war einer Ohnmacht nahe, der bloße Gedanke, daß sie mit der Justiz in Berührug kommen konnte, machte sie schon nervös. Also bat sie den Marquis flehentlichst um Entschuldigung, und beschwor ihn, die ganze Angelegenheit zu verschweigen, was der Marquis denn auch versprach.

Als sie allein war, ließ sie Jeanette kommen.

„Jeanette, was ist mit dem Halsband geschehen?”

„Du allein hast den Schlüssel zu meinem Schmuckschrank. Gesteh' alles, oder ich entlasse Dich auf der Stelle!”

Und das Zöfchen gestand dann unter Thränen alles — daß sie zum Ball gewesen, daß sie viel mit dem Herrn Charles getanzt habe, daß sie schließlich das Halsband verloren und es in drei Tagen zurückbekommen habe.

„Wer und was ist dieser Herr Charles?”

„O, Madame, ein sehr feiner, junger Mann. Er nennt sich Charles Leroux. Uebrigens hat er mir einmal gesagt, daß er Madame kenne, und daß Madame sich seiner auch wohl entsinnen werden.”

Madame war plötzlich bleich geworden. Mit aller Kraft nahm sie sich zusammen. Dann fragte sie: „Wie sieht dieser Mensch aus?”

„O, ich habe ja seine Photographie — bitte sehr, Madame,” dabei zeigte sie ihrer Herrin das kleine Medaillonbildchen.

Madame sah es. Entsetzen ergriff sie. Ihre Vermuthung war richtig. Mit übermenschlicher Anstrengung erhielt sie sich aufrecht, um sich nicht zu verrathen. Endlich sagte sie: „gehen Sie nur, Jeanette, ich werde das Weitere untersuchen.”

Und als sie allein war, sank sie hin mit Weinen und Schluchzen . . . . ihr Bruder war es, ihr einziger rechter Bruder, der den Betrug vollführt hatte!

Stundenlang lag sie so da in krampfartigen Zuckungen — die ganze Vergangenheit wurde wieder lebendig vor ihr — wie sie früh, als Kond schon auf den breiten Weg gerathen war, der zum Wohlleben führt — wie sie dann des verlotterten Bruders sich schämte, ihn übers Meer wegschickte, damit sie unbehelligt ihre Freuden weiter genießen konnte — alles, alles durchlebte sie wieder. Und nun war er also wieder da, nun kam er nicht mehr zu ihr, aber er versuchte, sie auf solche Weise zu brandschatzen — und so würde das nun fortgehen, bald so oder auf andere Art, denn sie kannte ja sein Spitzbubengenie nur zu gut — eine Schraube ohne Ende war dies. Was aber sollte sie thun? Anzeigen konnte sie ihn nicht, das brachte sie nicht fertig! — Und plötzlich überkam sie ein furchtbarer Ekel vor all diesem Elend und Schmutz, und plötzlich stand auch ihr eigenes Leben klar und jeder Hülle entschleiert vor ihr, und nun sie diesen Abgrund von Elend und Schmutz sah, überfiel sie eine entsetzliche Angst und ein Grauen vor diesem Leben, und sie sprang auf, warf einen Mantel über, und rannte hinaus, über Straßen und Plätze, weiter und weiter, wie von Furien gehetzt, bis sie endlich an den nachtdunklen Fluß kam . . . . .

Man hat sie nie wiedergefunden.

— — —

Von Hand zu Hand.

Eine lustige Geschichte von Paul Bliß
in: „Scranton Wochenblatt” vom 31.07.1913

(Der Text ist unvollständig. Am Schluß fehlt offensichtlich ein Stück Text.)
(Bitte vergleichen mit der Erzählung „Aphrodite”.)


Die Zigarrenfirma Wolter & Stahl ist in der Hauptstadt allbekannt. Dutzende von Zweiggeschäften sind über die ganze Stadt, sogar über alle Vorstädte verstreut. Zunächst hatte die Firma mit Zigarren nur gehandelt, seitdem aber der Umsatz ins Riesenhafte zu wachsen begann, kam Herr Wolter, der geschäftskundige Teilhaber der Firma, auf die Idee, von nun auch selber fabrizieren zu wollen. Er war ein sehr intelligenter und energischer Mann, das glückte auch. So war denn auch die Fabrikation bald auf der Höhe und der Nutzen, den sie abwarf, vermehrte das Kapital der Firma bedeutend.

Gerade jetzt war Herr Wolter in besonders guter Laune. Die Ernte war gut ausgefallen, und dank seiner Tüchtigkeit hatte er sehr günstige Abschlüsse erzielt.

Eben war er dabei, die aus der Fabrik neu eingegangenen Proben zu besichtigen, und besonders interessierte ihn da eine neue Marke, die nach seiner Angabe hergestellt worden war. Es war eine verhältnismäßig recht billige Einlage. jedoch ein sehr ansehnliches Deckblatt.

Er drehte sinnend die Probezigarre hin und her, besah sie wieder und wieder, dann lächelte er pfiffig, steckte ihr behutsam eine goldgeprägte „Leibbinde” auf, und während er das so herausgeputzte Stück schmunzelnd betrachtete, sagte er zu dem herangetretenen Prokuristen: „Bitte, Herr Reich, notieren Sie diese neue Marke ins Nummerbuch. „Aphrodite” soll sie heißen nach der Göttin der Schönheit. Es soll eine Geschenkzigarre ersten Ranges werden. Also lassen Sie ihr eine gute Ausstattung geben.”

Der Prolurist trug Nummer und Inhalt ein, dann fragte er: „Und der Preis?”

Schnell rechnete der Chef noch einmal die Herstellungskosten nach, dann antwortete er mit etwas zögernder Stimme: „Also sagen wir zwanzig Mark das Hundert.”

Dabei blieb es denn auch. —

Von Hand zu Hand.

Eine lustige Geschichte von Paul Bliß
in: „Wiener Bilder ” vom 22.01.1902

Die feine Marke.

Eine lustige Geschichte von Paul Bliß
in: „Österreichische Illustrierte Zeitung” vom 24.05.1908


Herr Commerzienrath Ebel, Inhaber der großen Cigarrenfabrik und -Handlungen Ebel & Knopf, rief seinen ersten Geschäftsführer ins Privatcomptoir.

„Mein lieber Spiekmann,” begann der alte Herr, „ich sehe da eben die Proben der aus der Fabrik neu eingegangenen Marken durch, und da finde ich, daß die neue Marke „Proserpina” hervorragend gut ausgefallen ist. Was ist denn da drinnen? Wissen Sie es genau?”

„Gewiß. Herr Commerzienrath! Brasil-Einlage, Sumatra-Umschlag und Havanna-Deckblatt.”

„So, so. Und wie soll sie in den Handel kommen?”

„Engros 45 Mark pro Mille und Ladenpreis 8 Mark pro Hundert.”

Der alte Herr neigte den weißen Kopf bedächtig hin und her und besah die Probecigarre unausgesetzt. Endlich sagte er fest und bestimmt: „Das ist zu billig, Spiekmann, viel zu billig, die sieht nach mehr aus; ich will Ihnen etwas sagen — wie lassen sie in Staniol wickeln, geben ihr eine Leibbinde, lassen die Packung elegant ausstatten und stellen sie als Geschenkcigarre mit 15 Mark pro Hundert aus.”

„Gewiß. Herr Commerzienrath, wie Sie befehlen,” entgegnete der Geschäftsführer, der wohl wußte, daß sein Chef keinen Widerspruch duldete.

Vier Wochen später prangte in allen Läden der Firma Wolter & Stahl die neue Marke „Aphrodite”, und da sie wirklich prächtig ausgestattet war, so lockte sie viele Käufer an.

So fiel sie auch dem Geheimen Oberregierungsrat Dr. Schwarzkopff, Vortragendem Rat im Ministerium, auf, als er an dem Hauptgeschäft der bekannten Zigarrenfirma vorüberging. Der Herr Geheimrat war in sehr guter Laune, Er kam direkt von seinem Chef, dem er soeben Vortrag über eine neue Steuervorlage gehalten hatte, und Exzellenz war so entzückt über diesen Vortrag gewesen, daß er dem Herrn Geheimrat huldvollst die Hand gedrückt und ihm in äußerst schmeichelhaften Worten seine Anerkennung ausgesprochen hatte. Ein glückseliges Lächeln lag auf dem Gesicht des so außerordentlich ausgezeichneten Beamten.

Im Vorbeigehen war also sein Blick auf die so verlockend ausgestattete neue Marke gefallen, und da murmelte er: „Wie wär's wenn ich dem guten Hermann solch ein Kistchen spenden würde? Er ist ein sehr zuverlässiger Beamter, und ich danke ihm die tadellose Ausarbeitung des Vortrages, der mir eben so viel Lob eingetragen hat. Man könnte ihm wohl eine solche Freude bereiten.”

Schnell entschlossen trat er ein, kaufte eine Kiste „Aphrodite” und schickte sie mit einigen freundlichen Worten an seinen Untergebenen.

Acht Tage später stand in dem Hauptgeschäft der Firma die ganze Auslage voll mit der neuen Geschenkcigarre „Proserpina”, die als außerordentlich preiswerth angepriesen war.

Nachmittags ging der Wirkliche Geheime Regierungsrath, vortragender Rath des Ministers, Dr. von Lassen, an der reich decorirten Auslage vorüber und sah die prächtig ausgestattete Cigarre.

Donnerwetter, dachte er, damit könnte ich dem Lehfeld eine kleine Freude bereiten. Kleine Aufmerksamkeiten der Art, wirken stets vortrefflich — überdies bin ich ihm eine Anerkennung schuldig für die tadellose Ausarbeitung meines letzten Vortrages, der Excellenz so gut gefallen hat.

So ging er hinein und erstand eine Kiste der „Proserpina” für 15 Mark, die er dann mit einigen liebenswürdigen Begleitworten an seinen Nächstuntergebenen, den Geheimen Regierungsrath Dr. Lehfeld sandte.

Als der Regierungsrat Dr. Hermann das Geschenk seines Chefs empfing, war er hochbeglückt und dankte sofort mit einem sehr verbindlichen Schreiben.

Die Frau Rätin freilich war etwas weniger beglückt. „Ist das der ganze Dank für die schwere Mühe, die Du Dir mit dem Vortrag gegeben hast?” fragte sie spöttelnd und schob das hübsche Kistchen ziemlich unsanft beiseite. „Und überhaupt Zigarren!” „Als ob Du mir nicht schon alle Zimmer verstänkerst mit Deinem ewigen Rauchen!”

Lächelnd trat er zu ihr, klopfte ihr auf die Schulter und tröstete sie: „Diesmal ist Deine Furcht ganz umsonst, Frauchen. Die Zigarren will ich nämlich gar nicht behalten. Nein. Damit gedenke ich nämlich dem Assessor Siebenlist, der unter mir arbeitet, eine kleine Freude zu bereiten.”

Erstaunt und fragend sah sie ihn an.

„Ja, so ist es,” sagte er, „der gute Siebenlist hat mir nämlich zu dem Vortrag, den ich für meinen Chef ausgearbeitet habe, fast das ganze Material und eine Menge Vorarbeit geliefert, und dafür möchte ich mich nun auch ein wenig erkenntlich zeigen. Du siehst also, daß Du gar keinen Grund hast, Dich zu ärgern.”

Damit umfaßte er sie, gab ihr einen herzhaften Kuß, und so war die Sache erledigt.

Noch an demselben Abend ging das Kistchen durch die Post an den Herrn Assessor ab. —

Der Herr Geheime Regierungsrath ist äußerst beglückt über die Huld seines Herrn Chefs und dankt in einem verbindlichen Schreiben.

Als er dann die in Staniol gewickelten Cigarren mit der vielversprechenden Leibbinde ansieht, überkommt ihn ein tiefes Bedauern, denn er selbst ist kein Raucher, und so hat er also rein gar keine Freude an dem Geschenk.

Ah, denkt er plötzlich, damit kannst Du ja dem Braumann eine kleine Ueberraschung machen — überdies bist Du ihm so wie so noch Dank schuldig für die brillante Vorarbeit zu dem letzten Vortrag, der dem Chef so gut gefallen hat.

Also packt er das Kistchen fein sauber ein und sandte es mit den besten Empfehlungen an Herrn Regierungsrath Braumann.

Als bei dem das Geschenk ankam, nahm es seine Gattin in Empfang und ließ eine „schöne Empfehlung” an den Herrn Geheimrath sagen.

Als sie aber mit ihrem Mann allein war, warf sie das Kistchen auf den Tisch und meinte: „Na, der hätte Dir auch was anderes schicken können, als die paar lumpigen Cigarren.”

„Aber Gustchen,” beschwichtigte der stille Mann seine reolute Frau, „sprich doch nicht so laut, er ist doch mein Vorgesetzter.”

„Ausgerechnet Cigarren,” tobte Madame weiter, „als ob Du nicht schon übergenug zusammen pafftest! Alle Gardinen riechen nach Tabak, und die Wäscherin hat jedesmal ihre liebe Noth, den Geruch herauszukriegen!”

„Aber Frau, ich bitte Dich, hör' nur auf. Ich will ja die neuen Cigarren gar nicht selber rauchen; ich werde sie dem Assessor Brandt schicken, der mir neulich das Material zu dem Vortrag so geschickt gesichtet hat.”

Dagegen konnte nun Madame nichts einwenden, und so wurden die Cigarren mit bestem Gruß an den Herrn Assessor geschickt.

Assessor Siebenlist, ein flotter Junggeselle und Lebemann, empfing die Sendung mit gelindem Estaunen, das noch wuchs, als er den Inhalt sah und die begleitenden Worte las.

Dann erst besah er die Zigarren näher. Er war ein Kenner. Als er die sehr elegante Aufmachung und die „Leibbinden” sah, brummte er: „Na, das scheint ja netter Tabak zu sein. Der Sorte riecht man ja die Liebesgabenzigarre auf zehn Schgritte an!”

Gleichgültig schob er die Kiste beiseite.

Aber plötzlich kam ihm ein anderer Gedanke. Noch einmal nahm er das Briefchen seines Chefs vor und las es noch einmal durch. Und wieder stellte sich das pfiffige Schmunzeln ein:

Dann schritt er zum Schreibtisch, nahm einen sehr eleganten Briefbogen, und während dies behagliche Schmunzeln noch immer um seinen Mund spielte, schrieb er:

„Sehr werter Herr Kanzleirat!
Man sagt wir leben in einer Zeit, die das Können nicht immer nach Verdienst würdigt. Ich schmeichle mir, zu diesen Zeitgenossen nicht gerechnet zu werden. Beweis, die beifolgende Sendung! Es ist ein Kistchen sehr rauchbarer Zigarren, die ich mir gestatte, Ihnen zu überreichen als Anerkennung für den großen Fleiß und die viele Mühe, mit der Sie mir das umfangreiche Material beschafft haben, das ich zu der letzten Vortragsarbeit für meinen Chef benötigte, Bitte, nehmen Sie diese kleine Aufmerksamkeit freundlich an und lassen Sie sich den Tabak in ihren Mußestunden gut schmecken.

Mit bestem Gruß,

Ihr ergebener Siebenlist.”

Herr Assessor Brandt, ein Mann von fünfunddreißig Jahren, ist Junggeselle, leidlich wohlhabend und ein Lebemann. Er ist nebenbei ein leidenschaftlicher Raucher.

Als er das Kistchen von seinem Vorgesetzten bekam, wickelte er es bedächtig auf und besah die so elegant ausgestatteten Cigarren sehr aufmerksam und lange.

Erstens habe ich gegen geschenkte Cigarren stets ein Mißtrauen, dachte er, und besonders gegen solche in Staniol und Leibbinde. Und deshalb werde ich mich wohl hüten, mir an diesen Giftstengeln den Geschmack zu verderben!

Lächelnd nahm er das Kistchen, packte es sauber in einen neuen Bogen, adressirte es an den Herrn Kanzleirath Wolter und schrieb dazu auf eine Visitenkarte: „Mein werther Herr Kanzleirath, Sie waren so freundlich, mir zu der letzten Arbeit für unseren Herrn Regierungsrath das Material zu beschaffen; gestatten Sie mir, daß ich Ihnen als kleine Gegenleistung für die gehabte Mühe hier ein Kistchen guter Cigarren sende. Mögen sie Ihnen gut schmecken. Das wünscht Ihr bestens grüßender

          Brandt”

Der Herr Kanzleirat Büttner war nicht daheim, als die Sendung ankam. Aber sein kleines Frauchen nahm sie in Empfang, und als sie Brief und Inhalt sah, geriet sie in helles Entzücken und bekam einen Mordsrespekt vor dem Können ihres Männchens. Und als der Gatte eine Stunde später nach Hause kam, fiel sie ihm schlankweg um den Hals und weinte Freudentränen.

Auch Kanzleirat Büttner fühlte sich nicht wenig geschmeichelt über so viel Anerkennung und sagte: „Da sieht man doch gleich, was für ein feiner Mann dieser Assessor ist. Diese Vornehmheit des Briefstils, wirklich großartig! Und diese Liebenswürdigkeit. Inzwischen hatte das Frauchen die Zigarrenkiste ausgepackt und bewunderte nun die schöne Ausstattung.

„Na, Du denkst doch nicht etwa,” meinte der Gatte, „daß der Assessor etwas Schlechtes schenken wird? Der Mann kennt das Leben ganz genau, der weiß, was sich gehört!” Und während er eine der Zigarren herausnahm und sie beroch, fuhr er fort: „Prachtvoll riecht das Zeug, ganz prachtvoll! Nur fürchte ich, daß sie mir zu schwer sein werden.”

„Um Gottes willen,” fiel die Gattin ein, „dann rauche sie ja nicht! Sonst wirst Du am Ende gar wieder eine Magenverstimmung kriegen.”

Lächelnd beruhigte er sie: „Sei außer Sorge, Schatz, ich rauche bestimmt keine einzige davon, denn mir sind sie wirklich zu schwer. Aber einem andern wollen wir damit eine Freude machen. Dem Onkel Albert schenken wir sie zum Geburtstag. Der ist ein Qualitätsraucher, der wird sie gewiß willkommen heißen.”

Natürlich war die kleine Frau sofort einverstanden damit.

Als der Kanzleirath das Kistchen bekam, gerieth er in helle Freude.

„Sieh doch nur, Malchen,” rief er begeistert, „diese Liebenswürdigkeit von dem Herrn Assessor! Darauf kann ich doch wirklich stolz sein, nicht wahr?”

Die einfache, kleine Frau kam neugierig heran und beschaute die Herrlichkeit mit staunenden Augen.

„Jede ist einzeln eingewickelt und hat sogar noch ein Bändchen,” sagte sie ehrfurchtsvoll.

„Ja, es scheint was ganz Feines zu sein,” meinte er — „na, der Herr Assessor raucht übrigens auch nichts Schlechtes.”

Dann sie: „Aber Martin, für Dich werden die Cigarren wenn auch nicht schade, so wohl doch sicher zu schwer sein!”

Zustimmend nickte das bescheidene Männchen: „Ich werde sie auch gewiß nicht rauchen, Malchen, nein, etwas so Feines bin ich nicht gewöhnt. Aber weißt Du, der Onkel Johann hat in acht Tagen Geburtstag, dem werde ich sie schenken, der versteht ja auch etwas von Cigarren.”

Dabei blieb es.

Onkel Albert, ein behäbiger und humorvoller Steuerinspektor a. D., war denn auch nicht wenig erstaunt, als sein Neffe, der doch wahrhaftig rechnen mußte, ihm ein so kostbares Geburtstagsangebinde darbrachte. Er bedankte sich bestens und versprach lachend, bei jeder Zigarre, die er aus dieser Kiste rauchen würde, des liebenswürdigen Gebers zu gedenken.

Aber es kam anders — ganz anders.

Als der alte Herr am Abend allein war, steckte er sich eine von den neuen Zigarren an, setzte sich in seine Sofaecke und erhoffte sich eine angenehme Stunde voll süßer Träumerei beim blauen Rauch der luftigen Ringe.

Mit wohligem Behagen tat er den ersten tiefen Zug — ach, das Leben war doch ganz schön und erträglich, wenn man so in aller Seelenruhe warm und bequem in einer weichen Ecke sitzen und seinen duftigen Tabak schmauchen konnte!

Noch einen tiefen Zug und dann gleich noch einen.

Aber was war denn das?

Dieser Giftstengel roch ja ganz entsetzlich, und schmeckte direkt miserabel.

Einen Augenblick sitzt der Steuerinspektor a. D. ganz ratlos und blickt voller Staunen auf die so vornehm ausgestatteten Zigarren, die mit ihren goldglänzenden „Leibbinden” so vielversprehend daliegen. Dann aber wird er ruhiger und brummt: „Na, vielleicht ist nur die eine schlecht geraten!” Und schnell zündet er sich eine neue an.

Wieder rötet sich sein Gesicht voll froher Hoffnung und wieder tut er ein paar kernige Züge.

Aber nein — nein, das war doch gar nicht möglich! Die zweite schmeckte noch schlechter und stank ganz entsetzlich!

Wütend warf er sie in die Aschenschale, und voll Ingrimm lief er im Zimmer umher, um seinen Groll loszuwerden.

Dieser Neffe! Na, der sollte sich nur wieder blicken lassen! Der konnte etwa zu hören bekommen! So einen Knaster wagte er seinem alten Onkel zu geben, von dem er doch genau wissen mußte, daß er ein Zigarrenkenner erster Klasse war.

Immer wütender und erboster wurde der alte Graubart. „Er hat mich uzen wollen, der Lümmel!” redete er sich ein. „Ja, ja, — zum Besten hat er mich haben wollen! Na, so ein Galgenstrick, dem werd' ich die Tür weisen, wenn er den Mut hat, noch einmal zu kommen!”

Aber mitten in diesem Wutausbruch kam doch plözlich die klare Vernunft zur Geltung, und die sagte ihm: Der Neffe hat vielleicht das Beste gewollt, er hat sich täuschen lassen, und da er keinen großen Zigarrenverstand hat, ist er durch die glanzvolle Ausstattung geblendet und angeführt worden.

Acht Tage später bekam Onkel Johann die Cigarren aufgebaut.

Der Onkel, ein pensionirter Oberförster, besah schmunzelnd das Kistchen, dann meinte er in seiner derben Art: „Na, Martin, da häst Du di ja mol verdammt anstrengt! Dunnerlüchting! Dat is ja woll janz wat Feines!”

„Laß sie Dir nur gut schmecken, Onkelchen,” entgegnete der Kanzleirath verlegen, indem er sich empfahl.

Am Nachmittag zum Kaffee, als der alte Herr allein war und gemüthlich in seinem Lehnstuhl saß, wollte er sich einen besonderen Genuß gönnen und wickelte eine der „Proserpina” aus.

Mit langen behaglichen Zügen begann er zu rauchen, aber statt des erträumten Hochgenusses bekam er einen äußerst üblen Mißgeschmack zu kosten, der sich von Zug zu Zug bedeutend verschlimmerte.

Endlich warf er die Cigarre wüthend in den Aschenbecher und ging fluchend hin und her.

Nach einem Weilchen aber beruhigte er sich — vielleicht war eben nur eine mißrathene darunter — und so zündete er sich eine Neue an.

Aber siehe da, kaum hatte er fünf Züge gethan, da war der ekelhafte Geschmack wieder da, und er mußte auch diese Cigarre fortwerfen.

Und nun, in Wuth gerathen, probirte er noch eine, und diese dritte war auch nicht besser.

Jetzt läuft der alte Herr umher und weiß sich vor Aerger und Verdruß gar nicht mehr zu fassen. Er schimpft auf seinen Neffen, der es gewagt hat, ihm so etwas zu schenken — dann aber sagt er sich, daß der ja gar kein Kenner sei, sondern daß man ihn einfach betrogen habe.

Da fällt der Blick des alten Herrn wieder auf die Zigarrenkiste, und nun erst liest er die in der Ecke ganz klein eingebrannte Firma.

Wütend rief er aus: „Ja, natürlich! Was kann man denn von Wolter & Stahl auch Gutes erwarten!” Grimmig lachte er auf. „Und so einen Dreck nennen sie auch noch „Aphrodite”! Armer Neffe, da haben sie dich nett reingelegt!”

Ueber Nacht aber kam dem Onkel eine famose Idee. Er packte am nächsten Vormittag die Kiste ein und ging selber in das Hauptgeschäft von Wolter & Stahl. Die sollten etwas zu hören bekommen!

Und als er in der Auslage nochmals die „Aphrodite” prangen sah und den Preis von zwanzig Mark daran entdeckte, da lohte sein Zorn wieder hell auf.

Im Laden waren viele Käufer. Aber das kümmerte den alten Herrn durchaus nicht. Mit lauter Stimme brachte er seinenBeschwerde an.

„Wie können Sie nur die Dreistigkeit haben, einen solchen erbärmlichen Tabak zu verkaufen! Und noch dazu für einen so enorm hohen Preis! Nicht zehn Mark ist die Kiste wert, geschweige denn das Doppelte.”

Wie eine Bombe schlugen die lauten Worte des ergrimmten Alten ein. Die Verkäufer wußten im Augenblick gar kein Wort zu entgegnen, und die Käufer blickten erstaunt und abwartend auf, wie die Sache sich weiter entwickeln würde, zumal verschiedene von ihnen gerade die so schwer verdächtigte „Aphrodite” erstehen wollten.

Der Vorfall war für die Firma äußerst peinlich.

Doch im letzten Moment kam noch Herr Reich dazu, um jeder weiteren lauten Auseinandersetzung die Spitze abzubrechen, nötigte er den alten Herrn ins Privatkontor zu seinem Chef.

Wolter verteidigte sein Fabrikat nach Kräften, aber gegen die Einwände des immer erregter gewordenen Alten kam er nicht an, und da keine Einigung zu erzielen war, machte der Geschäftsinhaber endlich den Vorschlag, die „Aphrodite” gegen eine andere Marke seiner Fabrikate umzutauschen.

„Nein, für Ihre Fabrikate danke ich bestens!” erklärte jedoch der Steuerinspektor grimmig. „An dieser einen Probe habe ich vollauf genug! Geben Sie mir für zwanzig Mark eine kleinere Kiste Importzigarren, dann bin ich zufrieden.”

Onkel Albert bekam auch wirklich seine Importen, und mit heimlichem Lächeln ging er nach Hause. Jetzt wußte er, was er hatte. Es war ein Kistchen echter Bock.

Nun war er wirklich zufrieden.

Und nun untersucht er das Kistchen genau, um zu ersehen, aus welcher Fabrik es stammt.

„Ah! ” jubelt er auf, „da haben wir's ja! Natürlich, was kann denn von Ebel & Knopf auch Gutes kommen!”

Onkel Johann war ein Mann der schnellen Entschlüsse, außerdem war er auch praktisch und griff jedes Ding gleich beim rechten Ende an. Deshalb ging er direct ins Hauptgeschäft zu Ebel & Knopf und schlug furchtbaren Lärm — wie man es wagen könne für schweres Geld eine so minderwerthige Cigarre zu verkaufen — es sei unerhört, das Publicum so zu düpiren, denn nach der Ausstattung erwarte man eine bessere Cigarre, während die gelieferte kaum die Hälfte des Preises werth sei.

Und die Reclamation schlug dermaßen ein, daß nicht nur alle anwesenden Käufer, sondern auch die Verkäufer einen Augenblick lang consternirt waren. Dann aber kam der Herr Geschäftsführer, lud den alten Herrn ein, ihm ins Privatcomptoir zu folgen, und da man sich auch hier nicht einigen konnte, wurden ihm 15 Mark für ein Kistchen „Proserpina” zurückgezahlt, mit denen Onkelchen zufrieden lächelnd nach Hause ging.

Unter den Käufern aber, die sich gerade im Laden befanden, als der alte Herr seine so energisch vorgebrachte Beschwerde los donnerte, war auch der Geheime Oberregierungsrat Schwarzkopff gewesen. Auch er wollte gerade eine neue Kiste der angepriesenen „Aphrodite” erstehen, um sie einem Verwandten zu schenken. Als er den Alten aber hörte, erschrak der Herr Geheimrat nicht wenig. Natürlich kaufte er eine andere Marke. Außerdem aber erstand er noch ein zweites Kistchen, und zwar feinste Importen.

Und dieses Importkistchen sandte er unverzüglich an Herrn Regierungsrat Dr. Hermann, und dazu schrieb er folgendes Briefchen:

„Werter Herr Regierungsrat!
Verzeihen Sie gütigst, daß ich Ihnen neulich ein falsches Kistchen gesandt habe, Es war eine minderwertige Marke. Erst jetzt entdeckte ich meinen Irrtum. Nehmen Sie als Ersatz hier dies Kistchen Uppmann, das ursprünglich für Sie bestimmt war. Verschenken Sie die „Aphrodite”. Guten Appetit!

Ergebenst

Schwarzkopff”

Als Brief und Paket fort war, atmete der Herr Geheimrat auf. „Das hätte ja eine nette Blamage werden können,” dachte er. „Ein Glück, daß ich mich noch zur rechten Zeit aus der Klemme ziehen konnte!”

Groß war das Erstaunen des Hermannschen Ehepaares, als die neue Sendung vom Herrn Chef ankam.

„Eine nette Geschichte,” wetterte der Herr Regierungsrat endlich los. „Was soll denn der assessor jetzt bloß von mir denken!”

„Mein Gott, das kann Dir doch gleichgültig sein,” erwiderte sie leichthin.

„Es ist mir aber durchaus nicht gleichgültig. Der Assessor ist ein Gentleman. Ueberdies steht er in dem Ruf, ein Zigarrenkenner erster Klasse zu sein. Also entweder fühlt er sich durch meine Sendung beleidigt, oder er hält mich für einen Esel, der von Zigarren nicht die Bohne versteht. Und das wäre mir beides durchaus nicht angenehm.%rdquo;

Das Frauchen aber zuckte die Schulter und antwortete: „Also ganz einfach, dann schickst Du ihm sofort diese Kiste auch noch und schreibst ihm ebenso einen Entschuldigungsbrief, wie dieser hier von Deinem Chef.”

So geschah es noch in derselben Stunde.

Als der Assessor Siebenlist die zweite Kiste von seinem Vorgesetzten bekam, lächelte er ein wenig spöttisch und dachte: „Aha, dem guten Mann schlägt das Gewissen.” Doch als er dann die Importen etwas näher betrachtete, da leuchtete auch sein Kennerauge auf, denn das war eine Marke, die er sehr gut kannte, so etwas ließ man sich schon gefallen.

Schon wollte er sich eine anstecken, als er daran dachte was denn wohl der Kanzleirat von ihm denken mußte, daß er ihm eine so miserable Sorte zum Geschenk gemacht hatte. Das war doch eigentlich ein schlechter Dank für die viele Arbeit, die der fleißige Kanzleirat um seinetwillen auf sich genommen hatte, indem er ihm das umfangreiche Material für den Vortrag beschaffte.

Und noch eines fiel ihm plötzlich ein: er galt ja im Ministerium für einen Zigarrenfeinschmecker, das wußten alle Beamten. Da mußte sich der gute Kanzleirat ja direkt beleidigt fühlen, daß er ihm eine so minderwertige Marke als Präsent gesandt hatte! Sein Ruf stand auf dem Spiel!

Schnell entschlossen pacjte er also das Kistchen ein, schrieb einen sehr freundlich humorvollen Entschuldigungsbrief und schickte die Sendung an Jerrn Kanzleirat Büttner.

Dort war der Aufruhr am größten, als die zweite Kiste ankam.

Der gute Kanzleirat war völlig geknickt, und auch das Frauchen war sehr niedergeschlagen.

„Was wird der Onkel sagen?”

Andere Worte fanden beide vorerst überhaupt nicht.

Endlich, nach langem Ueberlegen beschlo´man, daß die kleine Frau mit der neuen Kiste zum Onkel gehen sollte. Der Gatte getraute sich nach alledem gar nicht, dem doch sicher sehr erzürnten alten Herrn unter die Augen zu treten

Noch am selben Tage ging das Frauchen mit klopfendem Herzen zum Onkel Albert. Unter dem Mantel trug sie die neue Kiste.

Aber der alte Onkel war gar ncht wütend. Er saß in seiner weichen Sofaecke, rauchte gerade die erste der neuerstandenen Importen und befand sich sehr behaglich dabei.

Als die kleine Frau nun zitternd die Entschuldigung über den Irrtum vorbrachte, fiel er ihr lachend ins Wort und sagte: „Aber wehalb denn die Umschweife? Dein Mann hat sich eben wieder einmal gehörig 'reinlegen lassen. Kein Wunder — er hat ja nicht das geringste Verständnis für eine gute Zigarre!”

„Also Du zürnst uns nicht, Onkelchen?” fragte aufatmend das Frauchen.

„Eigentlich sollte ich wohl.”

„Nein, tu's nicht! Mein Mann ist getäuscht worden — Du hast ganz recht, aber er hat seinen Irrtum noch zur rechten Zeit eingesehen, und deshalb hat er Dir hier eine neue Kiste gekauft. Diesmal sind es wirklich echte Zigarren.”

Als Onkel Albert die feinen Uppmanns sah, wußte er wirklich nicht, was er dazu sagen sollte.

Das Frauchen aber bat: „Also stell nur die erste Kiste ruhig beiseite und laß Dir an deren Stelle diese neue schmecken.”

Onkelchen nickte nur. Mit zufriedenem Gesicht entließ er die kleine Frau, die beruhigter ging, als sie gekommen war.

Dann aber, als der alte Herr mit den beiden Importkisten allein war, sah er liebkosend von der einen zur anderen. Er begriff zwar nicht, wie das alles zusammenhing, aber er lachte, lachte so herzerfrischend, wie er lange nicht gelacht hatte.

Die in den Auslagen der Firma Wolter & Stahl prengenden „Aphrodite”-Zigarren aber betrachtete er, so oft er an einem der Geschäfte vorbeiging, nicht mehr mit Ingrimm, sondern mit besonders befriedigtem

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Aber unter den Käufern, die den Scandal im Laden mit anhörten, war auch zufällig der Herr Wirkliche Geheime Regierungsrath Dr. von Lassen. Und als er diese Neuigkeit hörte, schlug ihm plötzlich das Gewissen.

Sapperment! dachte er, da bin ich ja schön rein gefallen! Wenn die Cigarre wirklich so miserabel ist, dann habe ich mich bei Lehfeld ja riesig blamirt!

Und schnell kaufte er ein Kistchen feiner Importen, wie er sie im Geheimen selber zu rauchen pflegte. Diese schickte er an den Geheimen Regierungsrath Dr. Lehfeld und schrieb dazu, daß ihm versehentlich zuerst eine minderwerthige Cigarre gesandt sei — er möge entschuldigen und sich statt dessen diese Importen gut schmecken lassen.

Als Dr. Lehfeld die Sendung bekam, packte er sie erst gar nicht aus, sondern setzte sich hin, schrieb sofort an den Regierungsrath Braumann einen gleichen Entschuldigungsbrief und sandte ihm das neue Kistchen.

Und Braumann, der da auch wußte, daß der Assessor Brandt ein guter Cigarrenkenner sei, wollte sich natürlich auch nicht blamiren, und so schickte er die Importen sofort mit einem Entschuldigungsschreiben an Brandt weiter.

Als der Herr Assessor diese neue Sorte sah, schmunzelte er: „Donnerwetter, das ist ein gutes Kraut!”

Aber im nächsten Augenblick sagte er sich auch schon: „Nein, der Wolter soll nicht von mir denken, daß ich ein Geizkragen sei” — und im übernächsten Augenblick war das Kistchen nächst dem üblichen Entschuldigungsbrief schon unterwegs an den Herrn Kanzleirath.

Und der, als er das Schreiben las, bekam er es erst recht mit der Angst.

„Oh weh,” jammerte er, „was wird der Onkel gesagt haben!? Vielleicht enterbt er mich gar!”

Zitternd ging er zu dem alten Herrn, der ihn mit Unheil verkündenden Blicken empfing.

Aber der Kanzleirath ließ ihn erst gar nicht zu Wort kommen. Sofort begann er: „Hier, lieber Onkel, dies sind die richtigen Cigarren, die ich Dir zum Geburtstage schenken wollte! Die erste Kiste war ja nur minderwerthig, die habe ich Dir nur aus Versehen gebracht — na, schenk' sie Deinem Portier und laß Dir statt dessen diese Importen munden!”

Onkel Johann, als er diese Botschaft hörte, war merkwürdig still, denn naürlich begriff er den Zusammenhang nicht. Da er aber an der Etiquette der Kiste die wirklichen Importen sofort erkannte, nahm er auch das neue Geschenk dankend in Empfang und zeigte sich äußerst wohlwollend und gut gelaunt, so daß der Herr Kanzleirath beglückt nach Hause ging.

Dann rauchte der Herr Oberförster a.D. mit schmunzelndem Behagen eine der neuen Importen und das brachte ihn dermaßen in Stimmung, daß er sich auf den Schenkel schlug und dabei ausrief:

„Donnerwetter! Zu so'n feines Kraut und noch zu fünf Dahler extra bin ick doch all min Lebtag' noch nich so leicht kommen! Hähähähä!”

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Von Hand zu Hand.

Eine heitere Geschichte von Paul Bliß
in: „Reichenberger Zeitung” vom 04.02.1902


Der junge Maler Wildberg war zum ersten Male beim Bankdirektor Wolterstein zum Diner gewesen. Man hatte ihn sehr zuvorkommend behandelt, und der Maler nahm sich vor, diese gastliche Stätte öfter aufzusuchen.

Nun saß er und hatte vor sich ein aufgespanntes Stück Atlasstoff von zarter rosa Farbe liegen, auf das er mit leichter Hand aus lichten Farben einen Reigen tanzender schäkernder Amoretten malte. Die Arbeit ging ihm spielend von der Hand, denn er war mit Lust und Liebe bei der Sache, und der Zweck, den er mit der Arbeit verfolgte, trieb ihn zur Eile an.

Die Frau Bankdirektor hatte nämlich den Wunsch ausgesprochen, ein von Künstlerhand gemaltes Sofakissen, wie es gerade Mode war, zu besitzen. Das hatte Willberg, der ein praktischer Mensch war, sofort aufgefangen, und nun rechnete er so: wenn du der Frau den gemalten Stoff zu solchem Kissen schenkst, dann kannst du den Mann dafür anpumpen. Und da ein junger Maler, dessen Bilder noch nicht mit Gold aufgewogen werden, immer in sogenannter Verlegenheit ist, so wollte er gleich diesen Umstand benutzen bei Herrn Wolterstein vorzusprechen.

Schon nach wenigen Tagen war der Stoff bemalt. Es war wirklich ein kleines Kunstwerk geworden, und er machte sich auf den Weg zum Bankdirektor.

Er traf aber weder den Herrn noch die Frau vom Hause. Die Herrschaften seien plötzlich abgereist, sagte man ihm.

Enttäuscht ging er wieder nach Hause. Aber schon am nächsten Morgen las er die sensationelle Neuigkeit, daß der Bankdirektor Wolterstein die ihm anvertrauten Depots unterschlagen habe und nun geflohen sei.

Betrübt lies der arme Maler alle seine Hoffnungen fahren und warf wütend den Stoff in die Ecke.

Eine halbe Stunde später besuchte ihn ein Freund, der zufällig die Rolle aufwickelte und dann erstaunt ausrief: „Mensch, das ist ja ein ganz famoses Fächersujet! Komm nur sofort mit, das machen wir gleich zu Geld, ich weiß einen Abnehmer dafür!”

Nach einer halben Stunde bereits hatte er ein ansehnliches Honorar in der Tasche und war der Sorgen ledig.

So wurde aus dem geplanten Sofakissen ein eleganter Modefächer. Schon wenige Tage später stand er, auf zierliches Elfenbeingestell gebracht, in der Auslage und war das Entzücken der gesamten eleganten Damenwelt.

„Sieh doch nur, was für ein reizend schöner Fächer da ausgestellt ist!” rief eine kleine Operettendiva, die mit ihrem Anbeter vorüberging, „den möchte ich wirklich haben, Egon!”

Baron Egon runzelte zwar ein wenig die aristokratische Stirn, da er aber ein treuer Verehrer der kleinen Dame war, widersprach er nicht, sondern ging hinein und kaufte den rosa Fächer.

Die Künstlerin war überglücklich. Erstens gefiel ihr die Farbe und die Malerei außerordentlich, dann aber hatte ihr der Verkäufer gesagt, daß dies ein Original sei und eben nur einmal verkauft werden könne. Darauf war sie nun erst recht stolz, denn jetzt konnte sie alle ihre sieben Kolleginnen damit ärgern, daß sie etwas besaß, was die andern nicht haben konnten.

Doch sollte dies Vergnügen der Diva nicht lange dauern. Bereits vierzehn Tage später kam eine Freundin nach der andern, und jede präsentierte siegesbewußt den gleichen handgemalten Fächer, nicht nur von demselben Stoff, sondern auch mit derselben Malerei.

Der Maler Wilberg hatte nämlich, angeregt durch das gute Honorar, gleich noch vier solche Atlasstücke bemalt, um die günstige Konjunktur auszunutzen.

Darob war die kleine Diva nun aber dermaßen enttäuscht und verärgert, daß sie grollend den schönen Fächer in einen Kasten warf, um ihn niemals mehr zu benutzen.

Aber die Diva hatte eine Zofe, und dies fesche Ding war weniger skrupulös; sie kramte sich den rosa Fächer heraus und machte ihn kurzerhand zu ihrem Leibfächer.

Acht Tage später hatte die Zofe ihren freien Tag. Sie benutzte den Urlaub, um einen Ausflug zu machen. Und zwar hatte sie ein Rendezvous verabredet mit Johann, dem jungen Reitknecht des Barons Egon, dem sie in heimlicher Liebe zugetan war.

Um sechs Uhr wollten sie sich treffen und dann zum Tanz gehen.

Punkt sechs war die Zofe zur Stelle, sie hatte ein abgelegtes, aber noch fast neues Kleid ihrer Herrin angezogen, war fesch frisiert und elegant behandschuht und hatte natürlich auch den prachtvollen rosa Fächer mitgenommen.

Aber sie wartete eine Viertel- und schließlich eine halbe Stunde, doch ihr Johann kam nicht. Endlich verlor sie die Geduld und ging allein in das Tanzlokal, in dem sie sich amüsieren wollten.

Und da fand sie dann ihren Galan, der bereits mit einem anderen kleinen Mädchen charmierte.

Wütend reklamierte sie ihre älteren Rechte und war nahe daran, eine Eifersuchtsszene zum besten zu geben, wenn Johann nicht Geistesgegenwart genug besessen hätte, mit ihr zu verschwinden.

Sie suchten die einsamen Wege des nachtstillen Parkes auf, und hier geriet die kleine Zofe nun dermaßen in Erregung, daß sie auf ihren ungetreuen Anbeter wütend losschlagen wollte; da sie aber nichts anderes zur Hand hatte, als den Fächer, so nahm sie diesen beim Stoff, und hieb mit dem Gestell auf Johann ein, so daß die zierlichen Elfenbeinstäbe sehr bald zerbrachen.

Aber Johann nahm der Kleinen den Fächer weg und schleuderte ihn weit hinein ins Gebüsch, wo er im Dunkel der Nacht verschwand. Dann nahm der tapfere Mann das Mädel beim Kopf, gab ihm ein paar herzliche Küsse und ließ sie nicht eher los, bis sie ihm verziehen hatte.

Der rosa Fächer war vergessen.

Einsam, verschmäht, zerbrochen lag er mitten im Park unter einer Haselstaude.

Nach einigen Tagen fand ihn dort der Gehilfe des Parkwächters. Sorgsam hob er ihn auf, reinigte ihn und nahm ihn mit nach Hause. Dort machte er sich daran, die Schäden an dem Gestell mit kunstgerechter Hand zu reparieren.

„Hier, mein liebes Gretchen, habe ich die etwas Hübsches aus der Stadt mitgebracht.” Mit diesen Worten trat der junge Mann ein paar Tage später vor seine Braut hin und überreichte ihr feierlichst den rosa Fächer.

Aber Gretchens Vater war ein verbitterter alter Mann, der im Leben nicht anderes als schwere Arbeit und größte Sparsamkeit gekannt hatte.

Als er den eleganten Fächer sah, wurde er zornig und sagte kurz und barsch: „Aus der Partie wird nichts! Ein junger Mann, der das schwer verdiente Geld für solchen Firlefanz hingibt, kann nie ein guter und sparsamer Ehemann werden!”

Und ob das Gretchen auch bat und weinte, der gestrenge Vater schickte am anderen Tage den rosa Fächer an den jungen Mann zurück und schrieb ihm gerade heraus seine Meinung.

Der junge Bräutigam wurde, als er das Schreiben des alten Papas las, nicht wenig wütend. Das erste, was er tat, war, den Fächer, der an all dem Unglücke schuld war, zornbebend aus dem Fenster hinaus auf den Müllhaufen zu werfen. Dann schrieb er einen Brief an den alten Mann und gestand reumütig, daß er den Fächer ja gar nicht gekauft, sondern ihn nur gefunden und mit vieler Mühe repariert habe, und daß er sich nur geschämt, dies gleich offen zu bekennen.

Natürlich war der grimmige Alte nun sehr bald versöhnt und zog sein Veto zurück.

Die Reste des einstmals so eleganten rosa Fächers aber wurden von einem sogenannten Naturforscher aus dem Müll herausgesucht und mit einem melancholischen Achselzucken in den Lumpensack geworfen . . .

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